LESERBRIEF - August 2009 Sport-Welt-Zeitung
Die Suche nach dem fairen Umgang mit Galopprennpferden
In letzter Zeit ist immer häufiger zu beobachten, wie teilweise unprofessionell der Umgang auf den Rennbahnen mit englischen Vollblütern ist.
Mir ist bewusst das ein englisches Vollblut, welches trainiert ist, nicht mit einem Warmblut, welches vom Gemüt über Land und Wiesen läuft, zu vergleichen ist.
Jedoch gibt es meiner Meinung nach einen wichtigen Punkt, der leider immer mehr verloren geht.
Einen fairen Umgang mit dem Partner Pferd als Hochleistungssportler.
Gewiss gibt es Pferde die sehr sensibel sind, die stark auf Menschenmassen oder extrem auf das kommende Rennen reagieren, was jedoch immer mehr wird, ist das teilweise sinnlose Zerren und Reißen an den Gebissen der Führerinnen und Führer, ohne jedes Maß an Einfühlungsvermögen.
Hengste und schwierige Pferde sollten sicherlich mit einem Steiggebiss geführt werden, zum Schutz von Mensch und Tier, jedoch wird dieses „Instrument“ teilweise als Foltergerät für das empfindliche Pferdemaul genutzt.
Es sollte doch im Sinn von Trainer wie auch dem von ihm ausgesuchten Führer sein, das Pferd relativ entspannt auf das kommende Rennen vorzubereiten. Teilweise spielt das Pferdemaul samt den dazugehörenden Schmerzen aber keine Rolle. Ob mit Steiggebiss oder ohne es wird weiterhin bis zu 10 mal hintereinander gerissen, gezerrt und verletzt. Teilweise lief sogar schon das Blut aus dem Maul.
Diese Szenen spielen sich immer wieder auf den verschiedensten Rennbahnen ab. Doch weder die Trainer reagieren auf so einen Führer noch scheinbar die Besitzer oder gar die Rennleitung. Ist es die Ahnungslosigkeit oder ist es das Desinteresse an dem Schmerzzustand des Tieres?
Schaut man darüber hinweg, weil der spinnige Blüter dafür bekannt ist spinnig zu sein? Zählt wirklich einzig und allein der Gedanke an das bevorstehende Rennen mit der dazugehörigen Hoffnung auf eine gute Platzierung? Das schlimme daran ist, das nach dem Rennen dieses Theater mit dem sinnlosen Gezerre sich noch weiter fortsetzt, wobei da nicht mal mehr ein spinniger Blüter zu erkennen ist, denn der hat meistens im Rennen sein Pulver verschossen.
Da kommt einem doch die Frage auf, ist es gar die eventuelle Unzufriedenheit über den möglicherweise nicht optimalen Rennverlauf? Ruhe findet solch ein Galopper wohl erst, wenn er seine Box erreicht hat.
Ich möchte noch einmal erwähnen das es auch viele Trainer, Besitzer und Führer gibt die einen fairen und professionellen Umgang mit dem Tier handhaben, wo solch ein Verhalten nicht einmal im Ansatz zu erkennen ist.
Jedoch sollte aber auch nicht länger über diesen Bereich im Rennsport hinweg gesehen werden. Ich würde mir wünschen das noch mehr Menschen sich auf diesen normalen und mehr als nur fairen Weg begeben würden im Umgang mit den doch uns so wertvollen Vollblütern, denn man sollte nicht vergessen, dass es das englische Vollblut ist welches uns die Faszination Galopprennsport ermöglicht.
Alexa Schibalsky-Rothacker ( Halterin / Besitzerin )
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